Dr. Guido Kirner • kirnerfinanz • Finanz- & Versicherungsmakler

Dr. Guido Kirner ◊ Finanz- & Ver­sicherungs­makler

Wichtige Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wichtige Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Obgleich die Berufs­unfähig­keitsversicherung (BUV) nach einhelliger Meinung inzwischen zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt gehört, haben viele Versicherte entweder einen zu niedrigen oder einen zu schlechten Schutz. Dies kann an schlechter Beratung liegen, am Alter der Versicherungsbedingungen, oder daran, weil am falschen Ende gespart wurde. Dabei sind die BUVs mit sehr guten Versicherunsbedingungen nicht einmal die teuersten.
In den Bedingungswerken der BUVs finden sich viele wichtige Klauseln, auf die man vor Abschluss achten sollte. Auf die Wichtigsten möchte ich kurz hionweisen.

Verzicht auf abstrakte Verweisung

An vorderster Stelle steht der sog. Verzicht auf abstrakte Verweisung. Damit verzichtet das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men im Versicherungsfall darauf, den Versicherten auf einen anderen Beruf zu verweisen, der auf Grund der Ausbildung, Erfahrung und Lebensstellung (besonders Gehalt) mit dem bisherigen vergleichbar ist. Wenngleich das auch gar nicht so schlecht klingt, so hat es gerade aufgrund der Verweisbarkeit immer wieder Ärger und Rechtsstreit gegeben. Deshalb ist es am besten, der Versicherer verzichtet einfach darauf.

Prognosezeitraum und Rückwirkung

Der Versicherer sollte den Fall der Berufs­unfähig­keit anerkennen, wenn ein Mediziner diese für voraussichtlich sechs Monate prognostiziert. Die Leistung der Berufs­unfähig­keitsrente sollte für deren Beginn anerkannt werden. Also wenn der Arzt keine Prognose über den Zeitraum der Berufs­unfähig­keit abgeben kann, der Versicherte aber ununterbrochen sechs Monate berufsunfähig ist, sollte die Rente rückwirkend ab dem ersten Monat gezahlt werden. Bei verspäteter Meldung der Berufs­unfähig­keit sollte der Versicherer auch rückwirkend leisten (mind. Bis zu drei Jahren).

Verzicht auf Rücktrittsrecht

Versicherungsverträge sind immer Verträge zwischen zwei Parteien. Das wird von den Versicherten oft vergessen. So hat z.B. der Versicherer das Recht vom Vertrag (und damit von der Leistung) zurückzutreten, wenn er die sog. vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt sieht, z.B. wenn der Kunde falsche Angaben bei Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag gemacht hat. Der Versicherer sollte maximal fünf Jahre lang vom Vertrag zurücktreten können. Der Versicherer kann auf sein Recht gem. § 41 VVG verzichten, bei schuldloser Falschbeantwortung der Gesundheitsfragen Beiträge zu erhöhen bzw. den Vertrag zu kündigen.

Nachversicherungsgrantien

Am besten ist es, die Gesundheitsfragen im Antrag werden beantwortet, so lange der Versicherungsnehmer möglichst gesund ist. Bekanntlich können sich der Gesundheitszustand sowie die Lebensumstände ändern. Deshalb sind Nachversicherungsgarantien, d.h. die Erhöhung des Versicherungsschutzes (der BU-Rente) ohne erneute Beantwortung von Gesundheitsfragen wichtig, wie z.B. bei Heirat, der Geburt eines Kindes, einer massiven Gehaltserhöhung, beim Finanzierung einer Immobilie usw.

Dienstunfähigkeitsklausel für Beamte

Beamte sollten vor Abschluss einer BUV unbedingt auf eine vollständige Dienstunfähigkeitsklausel wert legen. Denn nur sie gewährleistet den vollen Schutz, worin die Versetzung und Entlassung in den Ruhestand eindeutig geregelt sind. Die Klausel wird selten und nur von wenigen Unternehmen angeboten.

Dr. Guido Kirner am 22.03.2010.


 
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