Dr. Guido Kirner • kirnerfinanz • Finanz- & Versicherungsmakler

Dr. Guido Kirner ◊ Finanz- & Versicherungsmakler

Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) Weilheim

Existenzsicherung durch die Absicherung der Arbeitskraft: Berufsunfähigkeit, Dienstunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit


Berufs­unfähig­keitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Absicherung gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft

Immer wieder weisen Verbraucherschützer darauf hin, dass die Berufs­unfähig­keitsversicherung neben der Privathaftpflicht die wichtigste Versicherung überhaupt ist.

Der Verlust der Arbeitskraft ist ein existenzielles Risiko. Denn nicht mehr arbeiten können heißt, nichts zu verdienen. Materielle Not ist oft die Folge. Der Staat hilft im Ernstfall kaum - die gesetzliche Rentenversicherung zahlt allen ab 1961 Geborenen nur noch bei Erwerbsunfähigkeit eine Minirente.

Berufs­unfähig­keit & Absicherung der Arbeitskraft


Präsentation zum Thema Berufsunfähigkeit

Drücken Sie den Button und erfahren Sie die wichtigsten Hintergründe zur Absicherung der Arbeitskraft und Berufs­unfähig­keitsversicherung in einer anschaulichen Präsentation. Es geht u.a. um:

  • Wer gilt als berufsunfähig?
  • Ursachen für Berufs­unfähig­keit
  • Häufigkeit je nach Berufsrisiko
  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente
  • Die Deckungslücken bei Berufs­unfähig­keit im Zeitverlauf (Arbeitsnehmer)
  • Wann leistet eine Berufs­unfähig­keitsversicherung?
  • Wonach richtet sich die Höhe des Beitrags?

Präsentation Berufs­unfähig­keit & Absicherung der Arbeitskaft


Ihr BU-Versicherungsexperte für Weilheim und Oberland

Lesen Sie auch die Fachartikel zur BUV auf unserem Finanzblog



Wichtige Klauseln der BU-Versicherung. Darauf ist zu achten

Es empfihlt sich ein selbständiger Vertrag

Oft wird die BU von Vermittlern in Verbindung mit dem Abschluss einer kapitalbildenden Lebens- oder einer Rentenversicherung angeboten. In diesem Fall wird das BU-Risiko als Zusatzbaustein an ein anderes Produkt gekoppelt. Das nennt man dann Berufs­unfähig­keitszusatzversicherung, kurz BUZ. Eine solche Kombination ist aus folgendem Grund kritisch zu sehen: Kann man die kapitalbildende Lebensversicherung (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr bezahlen, so kann die BU-Versicherung nicht isoliert weitergeführt werden und man verliert diesen wichtigen Schutz. Grundsätzlich empfiehlt es sich also den Sparvorgang und den Risikoschutz zu trennen. Einige gute BU-Gesellschaften bieten ihr BU-Produkt ausschließlich in Kombination mit einer Risiko­lebens­ver­si­che­rung an. Die Risiko­lebens­ver­si­che­rung ist wie die BU eine Risikoabsicherung. Die Prämie ist nahezu identisch mit der einer selbstständigen BU (SBU). Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit einer Berufs­unfähig­keit in der SBU größer als bei der Variante mit einer Risiko­lebens­ver­si­che­rung. Die SBU Tarife werden daher etwas teurer kalkuliert. Im Endergebnis besteht somit die Möglichkeit zusätzlichen Todesfallschutz zu einem nahezu identischen Gesamtpreis zu erhalten.

Prognoszeitraum nicht über 6 Monaten

Voraussetzung für Leistungen aus der Berufs­unfähig­keitsversicherung ist die ärztliche Prognose. In dieser wird bestätigt, dass die Berufsausübung über einen bestimmten Zeitraum hinweg voraussichtlich nicht möglich ist. Je kürzer der Prognosezeitraum, umso einfacher ist die Einschätzung für einen Arzt. Einige Versicherer geben Prognosezeiträume bis zu 3 Jahre bzw. „voraussichtlich dauernd“ vor. Aus Kundensicht ist ein kurzer Prognosezeitraum von Vorteil. Gut ist die Definition „voraussichtlich 6 Monate“; voraussichtlich bedeutet, dass nicht erst 6 Monate gewartet werden muss, ob sich tatsächlich die 6 Monate erfüllen. Länger als 6 Monate sollte der Prognosezeitraum nicht sein, weil zum einen für den Arzt eine längere Prognose sehr schwer ist und zum anderen viele Erkrankungen oder Unfälle einen Ausfall von 1 bis 2 Jahren mit sich bringen. Bei einem Prognosezeitraum von 6 Monaten steht der Versicherer dann auch für einen solch „kürzeren“ Ausfall in der Leistungspflicht.

Verzicht auf Verweisung

Wichtig ist der Verzicht auf abstrakte Verweisung. Es ist zu prüfen, ob ein Tarif allgemein auf die abstrakte Verweisung verzichtet und wenn ja, wie sieht es mit der Verweisung bei Berufswechsel bzw. bei Ausscheiden aus dem Beruf aus bzw. kann der Versicherer im Nachprüfverfahren verweisen? Je weniger Verweisungsmöglichkeiten dem Versicherer zur Verfügung stehen, umso besser für den Versicherten.

Verzicht auf § 19 VVG

Hier geht es um die vorvertragliche Anzeigenpflicht. Werden bestimmte wesentliche Punkte (z.B. bezüglich des Gesundheitszustandes) nicht angegeben, kann der Vertrag beendet werden, auch wenn der Antragsteller von diesen Dingen gar nichts wusste. Gute Anbieter verzichten auf dieses Kündigungsrecht.

Weltweiter Versicherungsschutz

Weltweiter Versicherungsschutz ist heute wichtiger denn je. Niemand verbringt sein gesamtes Leben im Heimatland. Ob bei Urlaubsreisen oder Dienstreisen – ein Auslandsaufenthalt sollte abgesichert sein. Da einige Versicherer bereits im Antragsformular fragen, ob eine Auslandsreise bevorsteht und diese ggf. in ein Risikogebiet führt (z.B. Malariarisiko oder Kriegsrisiko – es wird dann ggf. abgelehnt oder ein Risikozuschlag erhoben), ist es gut, wenn man den Versicherungsschutz schon hat, bevor derartige Reisen anstehen. Wichtig ist auch der Punkt, in welchem Land im Falle einer BU die nötigen Untersuchungen zu machen sind. Einige Versicherer verlangen, dass diese in Deutschland durchgeführt werden, kommen aber nicht für die Reisekosten auf. Sollte der Versicherte bei Eintritt der BU weder Wohnsitz noch Kranken­ver­si­che­rungsschutz in Deutschland besitzen, ist häufig unklar, wer überhaupt für die Behandlungskosten aufkommt. Diese Frage sollte auch im Vorfeld abgeklärt werden.

Berufswechsel

Es darf nicht per Bedingungen verlangt werden, dass ein Berufswechsel angezeigt werden muss. Eine berufliche Veränderung darf am Vertrag nichts verändern.

Stundung der Beiträge

 Die meisten Tarife bieten inzwischen die Möglichkeit der Stundung an. Das ist gut und ein wichtiger Vertragsbestandteil. Eine Leistungsprüfung kann lange dauern. Was tun, wenn man während dieser Zeit aufgrund der körperlichen Beschwerden das Geld für diese Beiträge nicht mehr aufbringen kann? Zahlt man nicht, erlischt der Versicherungsschutz. Interessant ist, ob nur auf Antrag gestundet wird oder automatisch, damit man im Falle des Falles den Antrag nicht vergisst. Gut ist noch, wenn zinslos gestundet wird und bei Nichtanerkennung der BU die gestundeten Beiträge in Raten zurückgezahlt werden können.

Umorganisation des Arbeitsplatzes bzw. der Betriebsstätte

Dieser Punkt betrifft selbständig Tätige oder auch leitende Angestellte. Im Falle einer BU muss der Versicherungsnehmer darlegen, dass auch die Umgestaltung des Arbeitsplatz ein Weiterarbeiten nicht ermöglicht. Bei der Prüfung der Umorganisation stützt man sich im wesentlichen auf 3 Punkte: Nach erfolgter Umorganisation muss der Versicherte wiederum eine Stellung als Betriebsinhaber inne haben. Ein zu großer Kapitaleinsatz zur Durchführung ist von der Rechtssprechung als unzumutbar angesehen worden. Die Umorganisation hat „betrieblich sinnvoll“ zu sein. Einkommensveränderungen dürfen auf Dauer nicht ins Gewicht fallen. Gut ist, wenn laut Vertragsbedingungen die Umorganisation nur für Selbständige gilt.

Der zuletzt ausgeübte Beruf

Wichtig ist, dass bei der Leistungsprüfung wirklich nur der zuletzt ausgeübte Beruf geprüft wird. Es gibt Formulierungen, die z.B. so klingen: „Hat der Versicherte innerhalb der letzten zwölf Monate vor Eintritt der Berufs­unfähig­keit den Beruf gewechselt, kann auch der davor ausgeübte Beruf bei der Prüfung der Berufs­unfähig­keit herangezogen werden, wenn die für den Eintritt der Berufs­unfähig­keit ursächlichen Gesundheitsstörungen bereits bei der Aufgabe des früheren Berufs dem Versicherten bekannt oder für ihn absehbar waren.“ Solche Formulierungen sind kein K.O.-Kriterium. Aus Verbrauchersicht sind sie jedoch nicht optimal.

Arztanordungsklausel

Diese Klausel ermöglicht es dem Versicherer, vom Versicherten zu verlangen, sich bestimmten Therapien oder Behandlungen zu unterziehen. Will man diesen Aufforderungen nicht nachkommen, weil man z.B. einer bestimmten Behandlungsmethode kritisch gegenübersteht, kann der Versicherer die Leistungen einstellen. Zum Glück verzichten inzwischen fast alle Tarife auf diese Klausel.

Nachversicherungsgarantien

Mit Hilfe von Nachversicherungsgarantien kann man die versicherte BU-Rente (und natürlich auch den Beitrag) zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Da man eine BUV im jungen Alter abschließen sollte, ist dieser Punkt enorm wichtig. Leider sind die Nachversicherungsgarantien häufig an den Eintritt bestimmter Ereignisse gebunden (das Ereignis muss also eintreten - z.B. Hochzeit, Nachwuchs, Hausbau- oder kauf - und dann muss man innerhalb weniger Monate reagieren), um seine Rente ohne Gesundheitsprüfung erhöhen zu können. Zwar handelt es sich durchaus um Ereignisse, die eine bessere Absicherung nötig machen, aber nicht gleichzeitig mit einem höheren Einkommen verbunden sind. Eine Erhöhung der BU-Rente ist oft aufgrund der finanziellen Situation gar nicht möglich. Des weiteren sind die Nachversicherungsgarantien häufig so verklauselt, dass sie eigentlich nur auf dem Papier existieren, es aber kaum einen Versicherungsnehmer gibt, der sie dann tatsächlich auch nutzen kann. Besser sind Nachversicherungsgarantien, die zeitlich gebunden sind. Diese ermöglicht dem Versicherungsnehmer (meist innerhalb von 5 Jahren) eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Egal, ob nun ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist oder nicht.

Dynamik

Sinnvoll ist es, wenn man die BU-Rente automatisch über eine Dynamik anwachsen lassen kann. Die Dynamikerhöhung erfolgt automatisch (in der Regel jährlich), sofern man das im Antrag ankreuzt. Hierbei steigt der Beitrag prozentual an und somit auch die Leistung. Der Dynamik kann kann man zweimal in Folge widersprechen. Sie wird dann trotzdem im Folgejahr wieder angeboten. Bei dreimaliger Ablehnung in Folge erlischt sie. Je flexibler eine Dynamik angeboten wird, umso besser. Einige Tarife ermöglichen nur einen einzigen Dynamiksatz, bei anderen kann man frei zwischen 3 und 10% wählen. Ein hoher Dynamiksatz ermöglicht es dem Versicherungsnehmer, sich auch erst mal niedrig zu ver­sichern. Zwar ist der Versicherungsschutz schon in jungen Jahren wichtig, aber oft nicht finanzierbar. Mit der Dynamik kann ich den Versicherungsschutz über die ersten Jahre anwachsen lassen und dann bei ausreichender Höhe aus der Dynamik austreten.

Dienstunfähigkmeit / DU-Klausel

DU steht für Dienstunfähigkeit. Für Beamte ist es wichtig, dass die allgemeine Dienstunfähigkeit als Berufs­unfähig­keit anerkannt wird. So eine DU-Klausel kann im Leistungsfall sehr viel Ärger vermeiden. Tarife mit DU-Klausel bieten nur wenige Gesellschaften an. 

Für Beamte in gefährlicheren Berufen - z.B. Polizei, Feuerwehr, Justizvollzugsdienst - wird noch die sogenannte erweiterte Dienstunfähigkeitsklausel angeboten. Das Angebot ist hierbei noch überschaubarer als bei der allgemeinen DU-Klausel. Für alle DU-Klauseln gilt, dass man kaum die Möglichkeit hat sich bis zum Renteneintrittsalter, also bis zum 67. Lebensjahr abzusichern. Sollte ein Tarif keine entsprechenden Aussagen in den Bedingungen enthalten, ist das aber kein K.O.-Kriterium. Gut ist es allerdings schon. Trotzdem muss man auch hier aufpassen, denn manche DU-Klauseln stellen sich als wertlos heraus. Fachleute unterscheiden daher zwischen der "echten, eingeschränkten und unechten" DU-Klausel.

Hinweis zu § 163 VVG

Nach § 163 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) ist eine Versicherungsgesellschaft zur Neufestsetzung der Beiträge berechtigt, wenn eine unvorhersehbare und nicht nur als vorübergehend anzusehende Änderung des Leistungsbedarfs eintritt. Dies könnte z.B. bei einer Epidemie der Fall sein, die zur Folge hat, dass weitaus mehr Leistungsfälle eintreten als kalkuliert wurde. Ein Verzicht auf § 163 VVG erscheint zunächst vorteilhaft. Dieser kann jedoch im schlimmsten Fall zur Insolvenz einer Gesellschaft führen, da eine im Ernstfall notwendige Erhöhung des Beitrags damit ausgeschlossen ist. Der Verzicht auf §163 VVG ist somit kein K.O.-Kriterium für einen BU-Tarif.


 
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